5. Oktober 202612 Min LesezeitWoelfer Real Estate
Kernaussagen
- Die Zinswende prägt das Quartal: Die EZB hat ihre Leitzinsen im Juni und im September 2026 angehoben. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg von 2,88 % Anfang Juli auf 3,58 % Ende September, Baukredite mit über zehn Jahren Zinsbindung kosteten im August 4,04 %.
- Wohninvestments nahe am Vorjahr: Nach neun Monaten flossen je nach Analysehaus 5,75 bis 6,2 Mrd. Euro in deutsche Wohnportfolios. Das dritte Quartal war mit rund 1,6 bis 1,9 Mrd. Euro das schwächste des Jahres.
- Renditen steigen erstmals wieder: Die Netto-Spitzenrenditen für Wohnen legten in allen großen Städten um mindestens 10 Basispunkte zu, in Düsseldorf auf 3,85 %.
- Düsseldorf mit Rückenwind: Das gewerbliche Investmentvolumen stieg nach neun Monaten um 26 % auf 963 Mio. Euro, der Büroflächenumsatz um 28 % auf 198.000 m².
- Mieten steigen langsamer: In Düsseldorf lag die Angebotsmiete im Bestand 2,3 % über dem Vorjahr, aber 0,2 % unter dem Vorquartal. Im Ruhrgebiet stiegen die Angebotsmieten seit Jahresbeginn um 2,1 bis 2,7 %.
- Der Neubau bricht weiter ein: In NRW wurden im ersten Halbjahr nur 10.938 Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern genehmigt, 11 % weniger als im Vorjahr. In Düsseldorf waren es 58 % weniger, in Bochum 81 %.
- Unsere Einschätzung: Für Mehrfamilienhäuser in Düsseldorf und im Ruhrgebiet erwarten wir im vierten Quartal stabile Faktoren. Der Zinsanstieg trifft vor allem große, fremdfinanzierte Transaktionen, weniger die eigenkapitalstarken Käufer einzelner Häuser.
+0,70 Pp.
Anstieg der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen im dritten Quartal, auf 3,58 %
Deutsche Bundesbank
3,85 %
Netto-Spitzenrendite für Wohnimmobilien in Düsseldorf, +10 Basispunkte
BNP Paribas Real Estate
−58 %
genehmigte Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern in Düsseldorf, 1. Halbjahr 2026
IT.NRW
1. Das Quartal im Überblick: Die Zinswende ist da
Das dritte Quartal 2026 stand im Zeichen steigender Zinsen. Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen nach einer ersten Anhebung im Juni und einer Pause im Juli am 10. September erneut um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Der Einlagesatz liegt seit dem 16. September bei 2,50 %. Begründet hatte die EZB den Kurswechsel im Juni mit dem Inflationsdruck, den der Krieg im Nahen Osten auslöst. Die nächste Zinsentscheidung fällt am 29. Oktober.
Kennzahl
Rendite zehnjährige Bundesanleihe
- Beginn Q3
- 2,88 % (1. Juli)
- Ende Q3
- 3,58 % (30. Sept.)
- Veränderung
- +0,70 Pp.
Kennzahl
Baukredite über zehn Jahre Zinsbindung
- Beginn Q3
- 3,98 % (Juni)
- Ende Q3
- 4,04 % (August)
- Veränderung
- +0,06 Pp.
Kennzahl
EZB-Einlagesatz
- Beginn Q3
- 2,25 %
- Ende Q3
- 2,50 %
- Veränderung
- +0,25 Pp.
| Kennzahl | Beginn Q3 | Ende Q3 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Rendite zehnjährige Bundesanleihe | 2,88 % (1. Juli) | 3,58 % (30. Sept.) | +0,70 Pp. |
| Baukredite über zehn Jahre Zinsbindung | 3,98 % (Juni) | 4,04 % (August) | +0,06 Pp. |
| EZB-Einlagesatz | 2,25 % | 2,50 % | +0,25 Pp. |
Quellen: Deutsche Bundesbank (Tagesrendite der jeweils jüngsten zehnjährigen Bundesanleihe; MFI-Zinsstatistik, Effektivzinssatz im Neugeschäft, Septemberwert noch nicht veröffentlicht); Europäische Zentralbank. Veränderung: eigene Berechnung.
Die Baukreditzinsen bilden den Anstieg der Kapitalmarktzinsen erst mit Verzögerung ab. Der Vermittler Interhyp nannte Ende September für zehn Jahre Zinsbindung bereits 4,23 %. Auch die Stimmung der Finanzierer hat sich eingetrübt: Der Immobilienfinanzierungsindex DIFI von JLL fiel im dritten Quartal um 6,1 auf −14,0 Punkte.
2. Investmentmarkt Deutschland: Die Erholung verliert an Schwung
Analysehaus
JLL
- Volumen Q1 bis Q3
- 23,9 Mrd. €
- Zum Vorjahr
- ±0 %
Analysehaus
Cushman & Wakefield
- Volumen Q1 bis Q3
- 23,6 Mrd. €
- Zum Vorjahr
- +8 %
Analysehaus
BNP Paribas Real Estate
- Volumen Q1 bis Q3
- 23,1 Mrd. €
- Zum Vorjahr
- −3 %
Analysehaus
Savills
- Volumen Q1 bis Q3
- rund 21,4 Mrd. €
- Zum Vorjahr
- rund −4 %
| Analysehaus | Volumen Q1 bis Q3 | Zum Vorjahr |
|---|---|---|
| JLL | 23,9 Mrd. € | ±0 % |
| Cushman & Wakefield | 23,6 Mrd. € | +8 % |
| BNP Paribas Real Estate | 23,1 Mrd. € | −3 % |
| Savills | rund 21,4 Mrd. € | rund −4 % |
Quellen: Pressemitteilungen von JLL, Cushman & Wakefield, BNP Paribas Real Estate und Savills vom 05.10.2026, jeweils einschließlich Wohnen. Savills-Veränderung eigene Berechnung aus rund 21,4 gegenüber 22,3 Mrd. €. Die Abgrenzungen der Häuser unterscheiden sich.
Nach neun Monaten liegt der deutsche Investmentmarkt etwa auf Vorjahresniveau, das dritte Quartal war aber deutlich schwächer. JLL beziffert es auf rund 6,3 Mrd. Euro nach 8,6 Mrd. Euro im Vorjahresquartal, ein Rückgang von gut einem Viertel. Für das Gesamtjahr erwartet JLL 35 bis 37 Mrd. Euro, BNP Paribas Real Estate rund 32 Mrd. Euro.
Die gestiegenen Finanzierungskosten zeigen sich in den Renditen. Laut BNP Paribas Real Estate stiegen die Netto-Spitzenrenditen im dritten Quartal über fast alle Assetklassen um 10 bis 20 Basispunkte. JLL meldet für die sieben größten Städte Spitzenrenditen von 4,59 % für Büro, 4,69 % für Logistik und 3,61 % für Mehrfamilienhäuser.
3. Wohninvestment: Viele kleinere Abschlüsse, steigende Renditen
Analysehaus
JLL
- Q1 bis Q3
- rund 6,2 Mrd. €
- Zum Vorjahr
- rund −3 %
- 3. Quartal
- rund 1,9 Mrd. €
Analysehaus
BNP Paribas Real Estate
- Q1 bis Q3
- 5,9 Mrd. €
- Zum Vorjahr
- −5 %
- 3. Quartal
- rund 1,6 Mrd. €
Analysehaus
Savills
- Q1 bis Q3
- rund 5,8 Mrd. €
- Zum Vorjahr
- −5 %
- 3. Quartal
- k. A.
Analysehaus
Cushman & Wakefield
- Q1 bis Q3
- 5,75 Mrd. €
- Zum Vorjahr
- −1,6 %
- 3. Quartal
- 1,65 Mrd. €
| Analysehaus | Q1 bis Q3 | Zum Vorjahr | 3. Quartal |
|---|---|---|---|
| JLL | rund 6,2 Mrd. € | rund −3 % | rund 1,9 Mrd. € |
| BNP Paribas Real Estate | 5,9 Mrd. € | −5 % | rund 1,6 Mrd. € |
| Savills | rund 5,8 Mrd. € | −5 % | k. A. |
| Cushman & Wakefield | 5,75 Mrd. € | −1,6 % | 1,65 Mrd. € |
Quellen: Pressemitteilungen vom 05.10.2026. Mindestgrößen: JLL ab 10 Wohnungen, Savills ab 20, BNP Paribas Real Estate ab 30, Cushman & Wakefield ohne Untergrenze. JLL-Veränderung eigene Berechnung aus 6,2 gegenüber 6,4 Mrd. €.
Das dritte Quartal war in allen Statistiken das schwächste des Jahres. Auffällig ist die Struktur: Savills zählt rund 170 Transaktionen und damit 20 % mehr als im Vorjahr, während große Abschlüsse seltener werden. Laut BNP Paribas Real Estate entfielen nur 35 % des Volumens auf Abschlüsse über 100 Mio. Euro, im Zehnjahresschnitt sind es 52 %. JLL meldet, dass 61,3 % des Kapitals in B- und C-Städte flossen.
Zugleich steigen die Renditen wieder. Savills spricht vom ersten Anstieg der Spitzenrendite seit drei Jahren, BNP Paribas Real Estate meldet in allen großen Städten ein Plus von 10 Basispunkten, in Berlin von 15.
Stadt
München
- Spitzenrendite
- 3,60 %
Stadt
Berlin
- Spitzenrendite
- 3,65 %
Stadt
Frankfurt
- Spitzenrendite
- 3,65 %
Stadt
Hamburg
- Spitzenrendite
- 3,75 %
Stadt
Stuttgart
- Spitzenrendite
- 3,80 %
Stadt
Düsseldorf
- Spitzenrendite
- 3,85 %
Stadt
Köln
- Spitzenrendite
- 4,00 %
| Stadt | Spitzenrendite |
|---|---|
| München | 3,60 % |
| Berlin | 3,65 % |
| Frankfurt | 3,65 % |
| Hamburg | 3,75 % |
| Stuttgart | 3,80 % |
| Düsseldorf | 3,85 % |
| Köln | 4,00 % |
Quelle: BNP Paribas Real Estate, 05.10.2026. Anstieg gegenüber dem Vorquartal jeweils 10 Basispunkte, in Berlin 15 Basispunkte.
4. NRW-Städte: Düsseldorf zieht an, Köln schwächelt
Düsseldorf gehört zu den Gewinnern des Jahres. Laut BNP Paribas Real Estate stieg das gewerbliche Investmentvolumen nach neun Monaten um 26 % auf 963 Mio. Euro, Cushman & Wakefield meldet 1,02 Mrd. Euro (+48 %). Getragen wird das vor allem vom Bürosegment. Der Büroflächenumsatz erreichte 198.000 m², 28 % mehr als im Vorjahr. Mit der Anmietung von rund 37.000 m² durch Uniper wurde der größte Mietvertrag seit 14 Jahren abgeschlossen.
Köln entwickelt sich dagegen schwächer. Das Investmentvolumen sank laut BNP Paribas Real Estate um 10 % auf 661 Mio. Euro, der Büroflächenumsatz um 39,5 % auf 107.000 m². Für das Ruhrgebiet liegen noch keine Investmentzahlen für das dritte Quartal vor. Im ersten Halbjahr hatte sich das gewerbliche Volumen laut Immobilienmarktbericht Ruhr auf rund 756 Mio. Euro nahezu verdoppelt. Im Wohnsegment meldete die Fachpresse im September den Verkauf eines Portfolios mit rund 650 Wohnungen im Ruhrgebiet an einen internationalen Investor sowie eines Portfolios mit 81 Wohnungen in Gelsenkirchen.
Objekt
Wohn- und Geschäftshaus, 8 Wohnungen und 2 Gewerbeeinheiten, rund 700 m²
- Lage
- Flingern-Nord
- Bruttoanfangsrendite
- rund 4,8 %
- Entspricht Faktor
- rund 20,8
Objekt
Mehrfamilienhaus, 14 Wohnungen, rund 900 m², Verkauf durch eine Erbengemeinschaft
- Lage
- Gerresheim
- Bruttoanfangsrendite
- rund 5,3 %
- Entspricht Faktor
- rund 18,9
| Objekt | Lage | Bruttoanfangsrendite | Entspricht Faktor |
|---|---|---|---|
| Wohn- und Geschäftshaus, 8 Wohnungen und 2 Gewerbeeinheiten, rund 700 m² | Flingern-Nord | rund 4,8 % | rund 20,8 |
| Mehrfamilienhaus, 14 Wohnungen, rund 900 m², Verkauf durch eine Erbengemeinschaft | Gerresheim | rund 5,3 % | rund 18,9 |
Quelle: Deal-Magazin, 14.07.2026 und 24.09.2026 (Angaben der vermittelnden Makler). Faktor als Kehrwert der Bruttoanfangsrendite: eigene Berechnung.
Beide Käufer sind Immobiliengesellschaften, die laut Meldung weitere Wertschöpfung planen. In Flingern verweisen die Angaben auf Mieten unter dem Niveau des Umfelds, in Gerresheim auf Mietsteigerungspotenzial nach dem Auslaufen einer Mietbindung und eine mögliche Aufteilung in Eigentumswohnungen.
5. Mieten und Preise: Das Mietwachstum verliert an Tempo
Stadt
Düsseldorf
- €/m²
- 14,18
- Seit Jahresbeginn
- +2,4 %
Stadt
Köln
- €/m²
- 13,90
- Seit Jahresbeginn
- +3,1 %
Stadt
Essen
- €/m²
- 9,11
- Seit Jahresbeginn
- +2,7 %
Stadt
Dortmund
- €/m²
- 8,34
- Seit Jahresbeginn
- +2,1 %
Stadt
Duisburg
- €/m²
- 7,60
- Seit Jahresbeginn
- +2,6 %
| Stadt | €/m² | Seit Jahresbeginn |
|---|---|---|
| Düsseldorf | 14,18 | +2,4 % |
| Köln | 13,90 | +3,1 % |
| Essen | 9,11 | +2,7 % |
| Dortmund | 8,34 | +2,1 % |
| Duisburg | 7,60 | +2,6 % |
Quelle: immowelt Mietkompass Q3 2026, Angebotsmieten für Bestandswohnungen, Veränderung vom 1. Januar bis 1. Oktober 2026.
Die Mieten steigen weiter, aber langsamer. Laut ImmoScout24 lag die Angebotsmiete für Bestandswohnungen in Düsseldorf im dritten Quartal bei 12,89 €/m², 2,3 % über dem Vorjahr, aber 0,2 % unter dem Vorquartal. Im Neubau waren es 18,53 €/m² (+3,2 % zum Vorjahr). Die Angebotspreise für Bestandswohnungen stiegen in Düsseldorf um 1,0 % gegenüber dem Vorquartal auf 4.611 €/m². Die Werte der beiden Portale unterscheiden sich methodisch und sind nicht direkt vergleichbar.
Im Ruhrgebiet ist das Bild bei den Kaufpreisen gemischt: Die Angebotspreise für Bestandswohnungen stiegen laut immowelt im dritten Quartal in Essen um 3,5 %, in Dortmund und Duisburg gaben sie um 1,0 % und 1,9 % nach. Bundesweit zeigt der Kieler Immobilienpreisindex GREIX für das zweite Quartal eine Auffälligkeit: Eigentumswohnungen lagen 0,4 % über dem Vorjahr, Mehrfamilienhäuser 3,5 % darunter.
6. Bautätigkeit: Der Neubau bricht weiter ein
Gebiet
NRW
- Wohnungen insgesamt
- 20.191
- Zum Vorjahr
- −1,5 %
- In neuen Mehrfamilienhäusern
- 10.938
- Zum Vorjahr
- −11,0 %
Gebiet
Düsseldorf
- Wohnungen insgesamt
- 631
- Zum Vorjahr
- −38,5 %
- In neuen Mehrfamilienhäusern
- 353
- Zum Vorjahr
- −58,0 %
Gebiet
Köln
- Wohnungen insgesamt
- 1.377
- Zum Vorjahr
- +7,1 %
- In neuen Mehrfamilienhäusern
- 929
- Zum Vorjahr
- +19,4 %
Gebiet
Essen
- Wohnungen insgesamt
- 413
- Zum Vorjahr
- +25,5 %
- In neuen Mehrfamilienhäusern
- 185
- Zum Vorjahr
- −35,1 %
Gebiet
Dortmund
- Wohnungen insgesamt
- 343
- Zum Vorjahr
- −42,1 %
- In neuen Mehrfamilienhäusern
- 249
- Zum Vorjahr
- −35,3 %
Gebiet
Duisburg
- Wohnungen insgesamt
- 261
- Zum Vorjahr
- −50,4 %
- In neuen Mehrfamilienhäusern
- 97
- Zum Vorjahr
- −77,9 %
Gebiet
Bochum
- Wohnungen insgesamt
- 189
- Zum Vorjahr
- −55,0 %
- In neuen Mehrfamilienhäusern
- 67
- Zum Vorjahr
- −80,9 %
| Gebiet | Wohnungen insgesamt | Zum Vorjahr | In neuen Mehrfamilienhäusern | Zum Vorjahr |
|---|---|---|---|---|
| NRW | 20.191 | −1,5 % | 10.938 | −11,0 % |
| Düsseldorf | 631 | −38,5 % | 353 | −58,0 % |
| Köln | 1.377 | +7,1 % | 929 | +19,4 % |
| Essen | 413 | +25,5 % | 185 | −35,1 % |
| Dortmund | 343 | −42,1 % | 249 | −35,3 % |
| Duisburg | 261 | −50,4 % | 97 | −77,9 % |
| Bochum | 189 | −55,0 % | 67 | −80,9 % |
Quelle: IT.NRW, Baugenehmigungen 1. Halbjahr 2026 (Pressemitteilung vom 27.08.2026, Anhangtabelle). Wohnungen insgesamt einschließlich Um- und Ausbau.
Während die Baugenehmigungen bundesweit von Januar bis Juli um 12,9 % stiegen, bei Mehrfamilienhäusern sogar um 15,1 %, fällt NRW zurück. Die Zahl der genehmigten Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern war im ersten Halbjahr so niedrig wie seit 2013 nicht mehr. In Essen stieg die Gesamtzahl nur wegen Um- und Ausbauten im Bestand, bei neuen Mehrfamilienhäusern lag auch Essen deutlich im Minus.
7. Ausblick: Unsere Erwartungen für das vierte Quartal
Kennzahl
Bauzinsen, zehn Jahre Zinsbindung
- Stand Q3 2026
- rund 4,0 bis 4,2 %
- Unsere Erwartung für Q4
- rund 4,0 bis 4,5 %, EZB-Sitzung am 29. Oktober entscheidend
Kennzahl
Spitzenrendite Wohnen Düsseldorf
- Stand Q3 2026
- 3,85 %
- Unsere Erwartung für Q4
- leicht steigend
Kennzahl
Faktoren Mehrfamilienhäuser Düsseldorf
- Stand Q3 2026
- 22 bis 23
- Unsere Erwartung für Q4
- stabil
Kennzahl
Faktoren Mehrfamilienhäuser Ruhrgebiet
- Stand Q3 2026
- 15 bis 16,5
- Unsere Erwartung für Q4
- stabil
Kennzahl
Angebotsmieten
- Stand Q3 2026
- +2 bis 3 % zum Vorjahr
- Unsere Erwartung für Q4
- weiter steigend, langsameres Tempo
Kennzahl
Transaktionen Wohnen
- Stand Q3 2026
- drittes Quartal schwächer
- Unsere Erwartung für Q4
- viele kleinere Abschlüsse, keine Jahresendrally
| Kennzahl | Stand Q3 2026 | Unsere Erwartung für Q4 |
|---|---|---|
| Bauzinsen, zehn Jahre Zinsbindung | rund 4,0 bis 4,2 % | rund 4,0 bis 4,5 %, EZB-Sitzung am 29. Oktober entscheidend |
| Spitzenrendite Wohnen Düsseldorf | 3,85 % | leicht steigend |
| Faktoren Mehrfamilienhäuser Düsseldorf | 22 bis 23 | stabil |
| Faktoren Mehrfamilienhäuser Ruhrgebiet | 15 bis 16,5 | stabil |
| Angebotsmieten | +2 bis 3 % zum Vorjahr | weiter steigend, langsameres Tempo |
| Transaktionen Wohnen | drittes Quartal schwächer | viele kleinere Abschlüsse, keine Jahresendrally |
Einschätzung Woelfer Real Estate. Faktoren laut Grundstücksmarktberichten 2026. Keine Garantie für die tatsächliche Entwicklung.
Was das für Verkäufer bedeutet
- Nicht auf sinkende Zinsen spekulieren, die EZB hat zuletzt zweimal angehoben
- Eigenkapitalstarke Käufer gezielt ansprechen
- Mieterliste prüfen und Mietpotenzial belegen
- Realistischen Faktor ansetzen, Angebotspreise sind kein Maßstab
- Mietbindungen und Sperrfristen offen kommunizieren
- Unterlagen vollständig vorbereiten, um Käufer schnell zu überzeugen
Was das für Käufer bedeutet
- Finanzierung früh sichern, die Kapitalmarktzinsen sind gestiegen
- Verhandlungsspielraum bei großen und gemischt genutzten Objekten nutzen
- Im Ruhrgebiet liegt die Nettorendite noch über dem Kreditzins
- Objekte mit Mietpotenzial prüfen, der Neubau bleibt knapp
- Mietpreisbremse in Düsseldorf und Dortmund einkalkulieren
- Bei Aufteilungsplänen Kosten, Zeit und Sperrfristen einrechnen
Fazit: Unsere Einschätzung
Das dritte Quartal markiert für uns eine Wende beim Zins, aber keinen Einbruch am Wohnungsmarkt. Die Finanzierung ist teurer geworden, die Renditen steigen, und große Transaktionen werden seltener. Gleichzeitig wird so häufig gekauft wie seit Jahren nicht, und die Mieten steigen weiter.
Für Mehrfamilienhäuser in Düsseldorf und im Ruhrgebiet erwarten wir im vierten Quartal stabile Faktoren. Die Käufer, die diesen Markt tragen, sind private und semi-institutionelle Investoren mit hohem Eigenkapital. Sie reagieren weniger auf Zinsen als Fonds und Portfoliokäufer und kalkulieren mit dem Mietpotenzial, das durch den Einbruch beim Neubau eher wächst als schrumpft.
Unsere Empfehlung für Eigentümer, die einen Verkauf erwägen: nicht auf sinkende Zinsen warten, sondern das Objekt jetzt sauber aufbereiten und gezielt den Käufern anbieten, die in diesem Umfeld handlungsfähig sind. Für Investoren mit Eigenkapital gilt umgekehrt: In einem Markt mit steigenden Zinsen und weniger Konkurrenz durch finanzierte Käufer entsteht Verhandlungsspielraum.
Quellen
- 1.Europäische Zentralbank: Geldpolitische Beschlüsse und Erklärung vom 10.09.2026
- 2.Deutsche Bundesbank: Tagesrendite der jeweils jüngsten zehnjährigen Bundesanleihe (Zeitreihe)
- 3.Deutsche Bundesbank: Zinssätze für Wohnungsbaukredite an private Haushalte
- 4.Interhyp: Aktuelle Bauzinsen
- 5.JLL: Immobilienfinanzierungsindex DIFI, 3. Quartal 2026
- 6.JLL: Investmentmarkt Deutschland, 3. Quartal 2026
- 7.JLL: Wohninvestmentmarkt, 3. Quartal 2026
- 8.BNP Paribas Real Estate: Investmentmarkt Deutschland, 3. Quartal 2026
- 9.BNP Paribas Real Estate: Wohn-Investmentmarkt, 3. Quartal 2026
- 10.BNP Paribas Real Estate: Bürovermietungsmarkt, 3. Quartal 2026
- 11.Cushman & Wakefield: Investmentmarkt Deutschland, 3. Quartal 2026
- 12.Cushman & Wakefield: Wohninvestmentmarkt Deutschland, 3. Quartal 2026
- 13.Savills: Investmentmarkt für Wohnimmobilien, 3. Quartal 2026
- 14.Business Metropole Ruhr / bulwiengesa: Immobilienmarktbericht Ruhr H1 2026
- 15.Deal-Magazin: Wohn- und Geschäftshaus in Düsseldorf-Flingern-Nord, 14.07.2026
- 16.Deal-Magazin: Mehrfamilienhaus in Düsseldorf-Gerresheim, 24.09.2026
- 17.Deal-Magazin: Portfolio mit 650 Wohnungen im Ruhrgebiet, 21.09.2026
- 18.Deal-Magazin: Wohnportfolio mit 81 Einheiten in Gelsenkirchen, 30.09.2026
- 19.ImmoScout24 WohnBarometer Q3 2026: Mieten
- 20.ImmoScout24 WohnBarometer Q3 2026: Kaufpreise
- 21.immowelt: Mietkompass Q3 2026
- 22.immowelt: Immobilienpreise Q3 2026
- 23.Kiel Institut: GREIX Immobilienpreisindex, 2. Quartal 2026
- 24.IT.NRW: Bautätigkeit (Baugenehmigungen 1. Halbjahr 2026)
- 25.Destatis: Baugenehmigungen Januar bis Juli 2026
- 26.Gutachterausschuss Düsseldorf: Grundstücksmarktbericht 2026
- 27.Land NRW: Mieterschutzverordnung NRW (MietSchVO NRW)
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Angaben ohne Gewähr.



